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                                                                                              DER BUNTE SCHAL                    Erhältlich über den Baikate-Verlag.

  ISBN  978-3-9813771-0-1 (Hardcover, 271 Seiten)  

Inhalt:                              

„Ich muss verrückt sein! Es ist Heiligabend. Aus irgendeinem Impuls heraus verfolge ich einen Mann mit buntem Schal – ein Augen-Blick reichte schon aus, um mich zu fesseln. Nun stehe ich hier vor diesem alten Stadthaus, in das er verschwunden ist, unentschlossen, ob ich wirklich eintreten soll. Auguste nimmt mir die Entscheidung ab: Sie lässt mich einfach hinein. Eine Reise durch die Etagen der Stadtvilla, zu ihren Menschen und zu mir selbst beginnt. Ich spüre, dass es Zeit wird, die Weihnachtsbotschaft zu leben ...!“


Leseprobe:

Vor der Tür

Es duftete nach Lebkuchen – zumindest bildete ich mir das ein, als ich adrenalingeschwängert und mit geschärften Sinnen vor dem Stadthaus stand. Ich roch Zimt, Nelke, Anis und einen Hauch von Vanille. Wie vertraut mir all diese Düfte waren. Zu dieser besonderen Jahreszeit beherrschen sie alle Stuben, ja, wandern durch winterliche Gassen, heften sich an unsere Kleider und schleichen sich in die kleinsten Ritzen – nun hatten die weihnachtlichen Aromen endlich auch meine Nase erobert.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah, aber urplötzlich hatte mich eine kindliche Weihnachtsstimmung übermannt und hielt mich fest in ihrem Griff. Dabei hatte sich der Tag bisher eher chaotisch entwickelt … 
    Regungslos stand ich vor dieser vergilbten, von Hundepfoten zerkratzten Tür, die sicher ebenso alt war wie das Stadthaus selbst. Mein Herz raste und ich hatte nichts Besseres zu tun, als den Duft von Weihnachtsgebäck zu genießen, der aus einem der alten Fenster drang. Meine Nase hatte mich noch nie getrogen, aber meine anderen Sinne, spielten gerade völlig verrückt.
    »Konzentrier dich, Lara, was willst du hier?«, murmelte ich atemlos, ungeachtet der Passanten auf dem Gehsteig. Ich wollte nicht in der Kälte stehen und meinen olfaktorischen Sinn trainieren. Ich wollte … ja, was wollte ich eigentlich hier? Das war gar nicht so einfach zu beantworten, zumal ich den Eindruck hatte, von zig Weihnachtselfen, die sich hinter den Fenstern aller sechs Stockwerke versteckten, mit Argusaugen beobachtet zu werden. 
    »Lara, der Kerl! Vergiss die Elfen! Konzentrier dich auf den Kerl!« 
    Ja, der Kerl war schuld, mit ihm hatte alles angefangen. Dieser gut aussehende Mann mit dem bunten Schal im Einkaufscenter hatte mir beim Vorbeilaufen frech zugezwinkert und sein Blick hatte mich in Sekundenschnelle in seinen Bann gezogen. Weihnachten stand vor der Tür, genau genommen war heute Heiligabend, es war Mittag und ich hatte es eilig, also nicht wirklich eilig, aber auf jeden Fall zu eilig für eine neue Bekanntschaft. Gerade erst hatte ich mit Simon abgeschlossen – das war keine drei Tage her. War mein Zyklus schuld? Meine 32 Jahre und die Tatsache, dass ich immer noch keinen brauchbaren Mann gefunden hatte? Ich hatte keine Lust auf eine weitere Beziehungskiste, gefüllt mit Überraschungen, auf die man gerne verzichtet. Nicht schon wieder Schwärmen, Herzklopfen, Kribbeln, Liebe, Enttäuschung und Einsamkeit in genau dieser Reihenfolge.
    Aber dieser Mann … was hatte mich in dieser einen Sekunde, die wir uns ansahen, nur dazu gebracht, ihm zu folgen? Seine rehbraunen, tief liegenden Augen? Männer mit schönen Augen gab’s genug. Vielleicht fesselte mich aber auch dieses verwegen-anheimelnde Lächeln, das sich nicht zwischen frech und verlegen entscheiden wollte, oder die schulterlangen Haare, die ihm unbedingt standen … So oder so, er war doch gar nicht mein Typ, mit seiner verwaschenen Bluejeans und der Cordjacke, wild und unrasiert ... Und doch war ich ihm durch die halbe Stadt gefolgt. Seltsam genug. Einem Kerl hinterherlaufen – das hatte ich seit der Schulzeit nicht mehr gemacht ... 
    Im Grunde war es gar nicht so abwegig, ihm zu folgen, denn ich hatte ihn gesehen und war urplötzlich gut drauf, wie ausgewechselt, voller Tatendrang! Keinen Zorn mehr auf die Kollegin, der gemeinen Wette wegen, keine Wut mehr wegen des Missgeschicks mit meiner Handtasche. Aus heiterem Himmel pure Weihnachtsstimmung und die Lust auf ein Abenteuer!
    Wieder glaubte ich eine Bewegung hinter einer Gardine zu erhaschen. Ein Geräusch … womöglich Kichern? Etwa doch Elfen? 
    Langsam beruhigte sich mein Puls wieder, aber ich spürte immer noch, wie mich das beim Laufen produzierte Adrenalin aufputschte. Lachte da jemand? Lachten die mich gerade aus? 
    Mein Blick wanderte kritisch an mir herunter. In meinem exquisiten Outfit, gekrönt von dieser albernen Weihnachtsmannmütze, musste ich einfach lächerlich wirken. Vielleicht hatten mich die Elfen beobachtet, als ich völlig außer Atem hier eintraf und die Tür vor meiner Nase ins Schloss gefallen war. Am Ende hatten sogar sie die Tür zugezogen. Elfen sind doch kleine Strolche, sagt man …
    Ich schmunzelte, obwohl mir nicht wirklich zum Lachen zumute war, denn alles an mir kam mir plötzlich lächerlich vor, meine Kleider, mein Verhalten, selbst meine Gedanken … Das alles war nicht wirklich ich! Wie konnte ich nur einem unbekannten Mann hinterherlaufen, von dem ich nichts wusste, einem Kerl, der der größte Idiot auf Erden sein konnte oder ein Serienmörder oder schwul oder was weiß ich ... Hey! Alles war möglich!
    »Lara, konzentrier dich endlich auf das Wesentliche!« Dass ich anfing, mit mir selbst zu reden, war schlimm genug. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren und sah, in Gedanken immer noch bei den Elfen, erneut an mir herunter. Was war, außer der Mütze, an meiner Garderobe schon so schlimm? Ach ja, das. Sie passte nicht zu Typen wie ihm. Ein Mann wie der hat sicher eine coole Freundin, die sich individuell kleidet, tausend Tattoos hat und sich nicht schon seit zehn Jahren davor drückt, sich auch nur einen Schmetterling auf die Hüfte stechen zu lassen. Keine zum Spießigen neigende Frau wie mich, die beim Bügeln jede Bügelfalte akkurat einhält und einen Tobsuchtsanfall bekommt, wenn’s mal nicht klappt. Coole Typen haben coole Frauen. Also – was suchte ich nur hier? Wollte ich unbedingt gedemütigt oder ausgelacht werden? Am Ende war er der Elf, der hinter einem der Fenster lauerte und kicherte …
    Ich machte auf dem Absatz kehrt und lief kopfschüttelnd den Weg zurück, den ich gekommen war. 
    Keine zehn Schritte zurückgelegt, hörte ich Jingle Bells aus einem gekippten Fenster im ersten Stock erklingen. Eine Gänsehaut schlich über meinen ganzen Körper. Was geschah nur mit mir? Ich blieb abrupt stehen und wandte mich wieder dem Stadthaus zu. Mein Blick tastete suchend über die Gebäudefront. Eine einzelne bunte Lichterkette, manche Lämpchen bereits trübe oder ganz erloschen, zierte das äußerste Fenster im Erdgeschoss, nicht gerade schön, aber dennoch weihnachtlich. Ob er hier wohnte? Unwahrscheinlich, aber ich war doch neugierig darauf, zu erfahren, wer er war und wie er lebte.
    Wie hypnotisiert ging ich zur Tür zurück und starrte erneut auf den Eingang. Ich versuchte mir meine Reaktion zu erklären, aber schon war ich in Gedanken wieder bei dem Kerl mit dem Schal. Was hatte dieser Mann nur, dass ich all meine Prinzipien über den Haufen warf? Einen bunten, magischen Schal aus Elfengarn? Lächerlich!
    Ich war im Einkaufscenter sogar auf eine Bank gestiegen und hatte ihm über die Köpfe der Leute hinweg nachgerufen! Ich! Auf die Bank steigen … das konnte unmöglich ich gewesen sein. Nicht auffallen war von je her mein Ding. Dennoch hatte ich es getan, war ihm dann buchstäblich hinterhergerannt. Aber er war mir entwischt und ich hatte die nächstbeste Sitzgelegenheit angesteuert, zerstreut dem Schülerchor zugehört und dabei den Weihnachtsmann beobachtet. Was die Kinder an Engagement und Freude rüberbrachten, fehlte dem Weihnachtsmann in seinem billigen Nylonanzug gänzlich. Da half auch das Schellen mit seiner goldenen Glocke nichts. Der weiße Rauschebart hing etwas schief und verdeckte einen Großteil seines Gesichts. Nase, Wangen und Stirn glänzten verschwitzt, denn im Einkaufscenter war es drückend heiß und die Aufmachung für ihn sicher ein lästiges Muss. Entsprechend angespannt wirkte er auch. Wenigstens sprühten seine kleinen Kulleraugen warme Funken. ‚Kitschige Weihnachtsmänner, auch das noch‘, dachte ich und suhlte mich in meinem Unglück. Ich hatte diesen kommerziell eingesetzten Kerlen noch nie etwas abgewinnen können, bevorzuge die Illusion des gängigen Mythos und stelle mir lieber vor, er käme des Nachts, wenn alle schlafen, durch den Kamin, um die Geschenke zu bringen. Und was den Chor anging: Stille Nacht, heilige Nacht ... noch mehr Weihnachtsverniedlichung. Auf dem Schild stand: Spenden Sie für die Sanierung der Schulsporthalle. Für alles oder jeden wurde gesammelt, hier eine Schulsporthalle, dort ein Erdbeben, und alles schön unterm Deckmäntelchen der Weihnachtsgroßherzigkeit. Ich hatte diese ständige Anmache satt. Immerzu wurde einem ein schlechtes Gewissen eingeredet war das etwa der Sinn von Weihnachten?
    Wieder kehrte ich für einen Moment aus meinen Erinnerungen zurück und konnte doch nur diese dumme Tür anstieren, die irgendwie zurückgaffte, die mich emotional ebenso anzog wie die vermeintlichen Elfen hinter den Fenstern. Da waren keine Elfen, das wusste ich schon. Es war eher Wunschdenken, es gäbe jemanden, dem ich die Schuld für mein merkwürdiges Verhalten zuschieben könnte. Elfenstaub, der auf mich niedernieselte oder sonst irgendeine absurde Magie.
    Warum rührte ich mich nicht? Sollte ich reingehen und den Kerl mit dem Schal suchen oder die letzten Minuten endlich als alberne Reaktion aus meinen Erinnerungen streichen und zur Alltagsroutine zurückkehren? ‚Lara! Diese Entscheidung ist doch wirklich nicht so schwer, oder?‘, Ich war hin- und hergerissen. Und sie war schwer, sogar verdammt schwer! Mein Innerstes war immer noch in hellem Aufruhr, das konnte ich nicht einfach so übergehen.
    Ich drehte dem Haus den Rücken zu, schloss die Augen und konzentrierte mich auf den kommenden Nachmittag. Die alljährliche Routine. Erst zu Oma, den obligatorischen Umschlag in Empfang nehmen, verbunden mit der Bitte, nicht alles auf einmal auszugeben. Fünfzig Euro, Jahr für Jahr! Lachhaft! Was waren heute schon fünfzig Euro? Um sechs zu Tante Iris … »Das ist deine Erbtante, stell dich gut mit ihr und du wirst eines Tages ausgesorgt haben!« Erbtante, wenn ich das schon höre. Es machte keinen Spaß, dieser selbstgerechten alten Jungfer ständig in den Hintern zu kriechen. Aber ich wollte ihr Geld. Ich hatte über all die Jahre hinweg einfach zu viel von ihr erdulden müssen und es somit hart verdient! Und dann der Abend ... ach ja, der Abend war gerettet. Mir fiel ein, dass das Essen bei meinen Eltern auf den 25. verschoben worden war, also hatte ich eine Verschnaufpause. Gut, also dann eben morgen Mittag … Lieder singen im Lichterglanz. Das mit dem Liedersingen haben wir zwar abgeschafft, aber dennoch ... Immer und immer wieder das Gleiche. Karpfen mit Salzkartoffeln und selbstgemachtem Zimteis als Nachtisch, und im Anschluss gequält beieinander sitzen und Weihnachtslieder hören, um die Illusion früherer Heiligabende aufrechtzuerhalten. Felix und ich waren keine Kinder mehr und jetzt schon seit Jahren aus dem Haus. Enkel gab es auch noch keine – also, was sollte das? Einmal nur Weihnachten alleine, oder, was weiß ich, mit dem Kerl mit dem bunten Schal im Bett verleben, das wäre doch mal was ...
    Keifendes Hundegebell aus mittlerer Gebäudehöhe lenkte mich ab. Instinktiv drehte ich mich wieder dem Haus zu, bemerkte erst jetzt, dass mein Handy in der Manteltasche vibrierte, zog es heraus und starrte etwas abwesend aufs Display. Mama, auch das noch. »Ja?«
    »Liebes, vergisst du mir ja deine Oma und Tante Iris nicht!«
    »Nein, Mama!«, entgegnete ich etwas schroff. Es nervte. Jedes Jahr das gleiche Spiel und ihre Anrufe kamen auch immer um dieselbe Zeit. Der Gedanke beschlich mich, meine Mutter könnte vielleicht den Weckdienst auf ihrem Terminplaner als Dauertermin aktiviert haben. Jahr für Jahr.
    Ich hörte nur halbherzig ihrem überspannten Vortrag zu. In Gedanken ging ich noch einmal durch, was passiert war, als ich den Kerl mit dem bunten Schal auf der Straße vor dem Einkaufscenter überraschend wiederentdeckt hatte. Die herumwirbelnden grünen, gelben, roten, blauen, lila und pinkfarbenen Fransen seines Schals streiften so manche Gesichter – nur meines nicht. Schade! Aus der Ferne sah der Schal flauschig aus, ich hätte ihn gerne einmal auf der Haut gespürt. Wider jede Vernunft war ich ihm erneut gefolgt, aber sein Träger war mir immer einen Schritt voraus, bog mit langen Schritten in unbekannte Straßen, nahm Abkürzungen und hatte mich nach einem Irrlauf durch die Stadt am Ende hierher geführt. Eine Wohngegend mit mehrstöckigen Häusern beiderseits der Straße, Mauer an Mauer, schon vor gut hundert Jahren errichtet. Alte Innenstadt. Stilvolle Häuser aus rotem behauenem Sandstein, mit Charakter und Liebe zum Detail. Wenn ich in der Stadt leben wollte, dann hier. Meine Freundin Francis wohnte mit zwei Kommilitoninnen in einer WG in einem ähnlichen alten Haus mit dreieinhalb Meter hohen Räumen und Uraltparkett. Wunderschön. Aber was scherte ich mich jetzt um Francis? Ich war also dem Mann gedankenlos hinterhergejagt, aber er war viel zu schnell und die Ohrstöpsel seines I-Pods boykottierten jeden Versuch, ihn verbal zu erreichen. Zudem machten mir die neuen, zu engen Stiefel zu schaffen. Aber ich durfte mich nicht beschweren, ich hatte sie ja unbedingt haben müssen, nur weil sie zu meinem ebenso neuen, ebenso zu engen Kostüm passten, das ich ebenfalls unbedingt haben musste. So rächt sich das Leben! 
    Plötzlich war der Kerl in diesem Haus verschwunden und ich stand, atemlos, mit meinen marternden Gedanken und diesen Weihnachtsdüften alleine davor.
    Mit einem Kopfschütteln verscheuchte ich meine Gedanken, verabschiedete mich von meiner Mutter, ohne zu wissen, worüber wir geredet hatten, und konzentrierte mich wieder auf die Tür. 
    Das Handy läutete wieder. Ich schaltete es kurzerhand aus. »Hineingehen oder nicht?«, raunte ich ungeduldig, was meiner Entscheidungsfindung auch nicht wirklich half. »Den Kerl finden oder nicht?«
    Ich sah die Lichterkette am Fenster, hörte den Hund aufgeregt bellen und Kommet ihr Hirten klang dünn durch einen Fensterspalt. Und da war dieser feine Duft nach Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen, den ich so viele Jahre ignoriert hatte. Diese bestechende Weihnachtsstimmung, ich konnte ihr einfach nicht widerstehen! Ja, ich wollte in dieses Haus hinein, wollte den Mann finden, wollte wissen, weshalb ich hier solange ausgeharrt hatte!
    Panik ergriff mich. Ich hasste Panik, immer schon. Und doch hatte sie sich meiner bemächtigt. Bisher hatte immer alles seinen geregelten Gang gehen müssen, auch Beziehungen und Männer kennenlernen. Immer schön nach meinem Kopf und, bitte sehr, nur keine Überraschungen! Aber das hier? Alles lief schief … oder auch nicht … so oder so, auf jeden Fall kam alles zu überraschend. 
    Ich riss mich aus der Starre los, erklomm die drei Sandsteinstufen und zog am schmiedeeisernen Türknauf. Die Tür war fest verschlossen. Ich presste mein Gesicht gegen die milchige Tiffanyglasscheibe und beschirmte meine Augen mit beiden Händen vor einfallendem Tageslicht. Nichts. Ich schloss die Augen und sah in meiner Fantasie den Kerl die Treppe zweistufenweise hochsprinten, der bunte Schal wirbelte dabei wie der Schwanz eines Papierdrachens hinter ihm her. Woher nahm ich nur diese Sehnsucht? 
    Mit einen Kopfschütteln verdrängte ich meine Wunschvorstellung und rüttelte wieder an der Tür. Nichts zu machen. Mein Blick wanderte zu der alten Klingelanlage und mit Schrecken realisierte ich das volle Dutzend kleiner Knopftaster. Ich drückte einen nach dem anderen und wartete. Kein Lautsprecher. Alles sehr anonym, wie für mich geschaffen. Was sollte ich sagen? »Ich hab diesen Kerl hier vor dem Haus verloren und weiß weder, wie er heißt, noch, wo er wohnt, und schon gar nicht, weshalb ich ihm gefolgt bin.« Wieder hörte ich ein Kichern – von Weihnachtselfen fehlte jede Spur.